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Schöner Savannah-Süden

Von den blauen Bergen kamen wir, streiften Atlanta, um nun endlich an die Küste zu fahren. Doch bevor die tolle Südstaaten-Stadt Savannah auf uns wartet, heisst es fahren, fahren, fahren. Dabei macht sich ein konstruktionsbedingter Nachteil des integrierten Campmobils besonders bemerkbar. Durch die langen Fahrten heizt sich der gesamte Antriebs- und Auspuffstrang auf, so dass die Hitze noch längere Zeit den Boden im Campmobil schön wärmt. Besonders in der eh schon heissen Südstaaten-Umgebung ist das nicht immer lustig, zumal sich dann nach abendlichen Fahrten das Campmobil schnell in einen Backofen verwandeln kann. Es sei denn, man wirft den Generator und die Klimaanlage an. Gesagt, getan. So lässt es sich Abends aushalten.

Die Stadt selbst überrascht durch eine sehr angenehme Grundriss-Idee – alle paar Blocks ist ein Block als Park angelegt. So warten also an vielen Ecken alte, eingewachsene und kultivierte „Ur-Parks“, die allesamt sehr schön aussehen und Savannah einen grünen, ursprünglichen Charakter geben. Die alten Straßenzüge werden gesäumt durch ebenso urige Eichen, dick behangen mit Spanish Moss.

Nach einer schönen Runde durch die Stadt landen wir im berühmten Restaurant „The Crab Shack“ auf Tybee Island – hier gibt es alles, was dem Meerestier-Esser mundet. Im Speziellen sind dies natürlich Krabben jeder Couleur. Im etwas alten Reiseführer als Geheimtipp gehandelt und „preiswert“ tituliert, hat die Zukunft auch hier Einzug gehalten in Form von Großstadtpreisen mit Kreditkartenzahlung.

Wenn Savannah eingewachsen ist, ist Beaufort dies sogar schon im fortgeschrittenen Stadium. Die Villen sind älter, die Eichen dicker, ganze Straßenzüge sehen aus, wie Jahrhunderte lang nicht angefasst. Vermutlich ist genau dies die Kunst der örtlichen Restaurations-Gilde.

Wo die Crabs gefangen werden, das zeigt uns ein Fischer auf einer abendlichen Rundfahrt. Mit Ihm fahren wir eine Stunde raus aufs Meer und sehen den Delphinen zu, als diese Kapriolen schlagend in den Bugwellen Ihren Spaß haben.

Den haben wir auch, sogar noch spät in der Nacht. Ein local erklärt uns, dass im schönen Küstenörtchen Folly Beach es nicht als parken oder campen gilt, wenn alle vier Räder nicht den Straßenteer berühren. Die Polizei, die uns nachts um vier laut brüllend aus dem Schlaf reißt, ist anderer Meinung und gibt uns fünf Minuten zum Abfahren. So weist uns also das Navi den nächtlichen Weg vom Traumst(r)andplatz zum Walmart-Wunder-Camp.

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