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Quer durch die VAE – Weg zurück nach Dubai

Trotz entspannter, kurzer Nacht will ich gleich wieder losfahren. Aber es geht nicht, ich sitze fest. Nach genau 500m Fahrt ist End of the road. Ich stecke in einer Art Wüstennebel fest. Der Nebel ist so dick und waberig, dass mein Auto direkt an der Motorhaube aufhört. An ein Weiterfahren ist überhaupt nicht zu denken. So manövriere ich mein Vehikel abseits der Strasse und lese eben doch wieder meinen Krimi, und zwischendurch ein wenig Reiseführer. So sitze ich da über drei Stunden, bis die ersten zarten Lücken entstehen. Das nutze ich, grüsse im Vorbeifahren noch den Liwa International Kindergarten und befinde mich schon auf dem Weg nach Dubai.

Da fällt mir auf, dass auf meiner gewählten Route seit gut hundert Kilometern rechts und links der Strecke absolut regelmäßig aufgereihte Palmen den Weg säumen. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich alle 20 Kilometer einen Brunnen. Angetrieben von einer mehr hustenden als funktionierenden Dieselpumpe, wird da wohl 24 Stunden am Tag Wasser gefördert, welches penibel über Rohrleitungen an jede einzelne Palme geleitet wird. Von Nichts kommt Nichts, und wer mitten in der Wüste einen Palmenhain am Highway haben will…

Es ist schon sehr speziell auch rund um Dubai. Die Highways scheinen nur einen Zweck zu erfüllen – morgens und abends die Rushhours zu bewältigen. Ansonsten scheint (fast) niemand unterwegs. Lange bin ich unterwegs, bis zur Mittagszeit der Verkehr nur spärlich zunimmt. Allerdings dämmert mir – wer fährt hier auch freiwillig bei hoch stehender Sonne mit dem Auto herum, außer dem abenteuerlustigen Touristen aus Deutschland?

Und dann ist es soweit, ich nähere mich Dubai. Schon aus weiter Ferne zu erkennen, der alles übersteigende Burj Khalifa.

Ich brauche doch sehr lange, mein Hotel zu finden. Das Problem ist eine City, deren Hauptverkehrsadern einer Dauerbaustelle gleichen, und ein Navi, dessen Karte wohl doch ein paar Jahre alt ist – in Verbindung mit einem einfachen „Pieps“ bei einer Aktion wie Abbiegen oder Spurwechsel, anstatt einer freundlichen Damenstimme mit metergenauen Angaben. Nach einem Beinahe-Anfall meinerseits aufgrund des tausendsten Richtungs-„Pieps“ finde ich dann doch das Hotel. Ich koche auf dem Parkplatz noch ein Runde Nudeln mit Tomatensosse, bevor ich dem Valetservice meinen Wagen übergebe und das Viersternezimmer im 18ten Stock beziehe.
Doch lange hält es mich nicht da drin. Dubai wartet, also los!

Es ist schon dunkel, als ich losziehe. Ich beschliesse, die neue Metro zu nehmen. Ich komme mir dort vor wie in einem Prunksaal – Design, Glanz und Granit, wohin das Auge auch blickt. Und einen grandiosen Ausblick nach vorne, zumindest wenn man in der „Gold Class“ reist und auf einem der vorderen Ledersitze, in der Metro, Platz genommen hat. Das abendliche Highlight ist zweifelsohne die neue Dubai Mall. Ein ultragigantomanischer Einkaufspalast von weltraumartigen Ausmaßen – ich brauche auch noch den Folgetag, um dieses Konsummonster zu bezwingen.

 

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